Quo vadis, MDR?

Drei Monate nach der letzten Ausstrahlung und zwei Monate nach Start der Aktion “Rettet die Bahnzeit!” wissen die Zuschauer noch immer nicht, wohin der MDR künftig geht. Stereotype inhaltsarme Antworten auf vielfältig argumentativ vorgetragenen Protest gegen die Einstellung der Sendung “MDR-Bahnzeit” – da ist etwas krank am Verständnis des “Heimatsenders” vom Umgang mit seinen Zuschauern.

Setzen wir zunächst unsere nächste Hoffnung in die Arbeit des Rundfunkrates. Beobachten wir, wie die aufgrund ihrer Arbeit in verschiedenen gesellschaftlichen Organisationen als Vertreter der Allgemeinheit berufenen Mitglieder unsere Interessen vertreten. Es gibt erkennbare Ansätze, dass sie dies tun – einige Rundfunkräte haben tatsächlich (abweichend von der MDR-Wortwahl) eigene Antworten gefunden. (Wir werden die Schreiben hier nach dem Vorliegen der Zustimmung der Absender veröffentlichen.)
Ja, auf den Rundfunkrat kommt tatsächlich eine neue Verantwortung zu – die er zwar schon seit Start des MDR hat, aber bisher nie wahrnehmen musste. Der Rundfunkrat muss erstmals seiner Verantwortung nachkommen, die Interessen der Allgemeinheit wahrzunehmen. Und das sind eben nicht nur die Eisenbahninteressierten, sondern auch die Beschäftigten in der Tourismuswirtschaft, die auf eine öffentlichkeitswirksame Unterstützung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk angewiesen sind. Das Argument, dass der Rundfunkrat nicht in die Programmgestaltung eingreifen kann, mag stimmen. Aber der Rundfunkrat hat die Pflicht, die Erfüllung des Programmauftrages des MDR zu kontrollieren und die Erfüllung einzufordern.

Gutta cavat lapidem. Wir werden den öffentlichen Druck fortsetzen, das Thema im Gespräch halten und das Gespräch suchen. Der “große Berg” namens MDR ist in Bewegung gebracht, wir werden ihn nicht so schnell zur Ruhe kommen lassen.

(1) "Quo vadis" - deutsch: Wohin gehst du
(2) "Gutta cavat lapidem" - deutsch: Der Tropfen höhlt den Stein

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Quo vadis, MDR?”

  1. Jörg-Peter Bernotat sagt:

    Cogito ergo sum !

    Diesen Rat, kurz übersetzt “Erkenne Dich selbst”, muß man dem MDR geben. wenn man

    sein bisheriges Verhalten bewertet. Vergleicht man ihn mit einer Lok, so ist er jetzt an

    seine Reibungsgrenze gekommen (Tausende von Unterstützungsunterschriften)und die

    Verantwortlichen müssen nun die Steuerung zurücknehmen (Einstellung der Sendung),

    um das eingetretene Schleudern ( Fehlverhalten gemäß Zuschauerprotest) zu

    beenden.

    Sonst wird man sich sehr schnell auf einem Abstellgleis wiederfinden und am Prellbock

    wartet schon die Olsenbande !!!(Wie üblich am Sonntag am Vormittag ? )

    Übrigens ist sonntags um 11 Uhr ein ausgezeichner Sendeplatz für die MDR – Bahnzeit !

  2. Ralf Müller sagt:

    MDR-Bahnzeit war eine Interessante Sendung, auch mit Hinweisen auf Bahnereignisse.
    Warum wird sie nicht weitergeführt ?
    Ich bin über die Einstellung der Sendung sehr enttäuscht !

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