Archiv für Mai, 2010

Der MDR ist “auf schmaler Spur” unterwegs

Mit den Worten

Die erste Sendung unserer neuen Folge "Auf schmaler Spur" ...

moderierte Corina Pfrenzinger am gestrigen Freitag eine halbe Stunde Eisenbahn zur üblichen “Bahnzeit”-Zeit um 15:30 Uhr an. Die Preßnitztalbahn war ihr erstes Ziel, weitere Schmalspurbahnen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen möchte sie in Zukunft mit uns entdecken. Eigentlich eine ganz feine Sache (auch wenn die meisten Szenen der Sendung schon aus den vergangenen Tagen bekannt waren - siehe unsere Tagebucheinträge “Totgesagte leben länger” und “Fernsehen wirkt!”).
Aber von solchen Bildern können wir ja bekanntlich kaum genug bekommen, erst recht nicht, wenn der MDR die im Hinblick auf das Spektrum der “MDR-Bahnzeit” immer wieder eingeforderten Aspekte Tourismus, Landschaft, Geschichte und Geschichten in vollem Umfang bedient. Genau das ist die richtige Mischung – informative Story, das Einfangen von Eisenbahnatmosphäre aber auch Empfehlungen für den touristischen Mehrwert im Umfeld. Vom Ergebnis überzeugen kann man sich in der MDR-Mediathek, wo die komplette Sendung vom Freitag zu finden ist.

Doch so sehr wir uns über die Entwicklung beim MDR freuen, so sehr wir das Engagement der Sendungsmacher und der Redaktion schätzen – unser Ziel ist damit noch nicht erreicht.
Denn: Eine einzelne Sendung bedeutet noch keine regelmäßige Sendung. Und – noch wichtiger: Es gibt in Mitteldeutschland nicht nur Schmalspurbahnen! Ganz abgesehen davon, dass die schmalspurigen Ziele im Sendegebiet plus einigen Feldbahnen, Parkeisenbahnen etc. und verschiedener im Aufbau befindlicher Bahnen und Museen recht schnell erschöpft sein dürften: Interessante Eisenbahnen gibt es auch auf breiterer Spur! Unsere klare Forderung bleibt: Regelmäßigkeit (mindestens monatlich) und Eisenbahn nicht auf die Schmalspur beschränkt!

Die Produktion der Sendung war in der MDR-Redaktion “Familie/Nachmittag” angesiedelt. Für diesen Neueinstieg der Redaktion (die bereits “Auf kleiner Spur” produziert) in dieses Thema kann man nur ein großes Dankeschön sagen. Warum sich die Redaktion “Wirtschaft” diesen Programmgegenstand vom Tablett nehmen lässt, bleibt dennoch rätselhaft. Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung, da gibt es keinen Zweifel.

Hoffen wir mal, dass diese Schmalspurigkeit nicht zum Perspektivverlusst führt.

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Fernsehen wirkt!

Da soll noch einer behaupten, Eisenbahn im Fernsehen würde keinen interessieren. Mit seiner fünf mal fünfminütigen Ausstrahlung von Kurzberichten über die Preßnitztalbahn in der Woche vor Pfingsten, einer zusammenfassenden Sendung dieser Teile am Pfingstsonnabend und einem Beitrag über das Bahnhofsfest in Jöhstadt in der Sendung “SACHSENSPIEGEL” brachte der MDR recht viel von dem, was “eigentlich kaum interessiert”.

Und die Menschen sahen – und kamen. Sie nutzten die Informationen aus den Sendungen, um sich Eisenbahn und Landschaft anzusehen. Genau das, was auch schon die Zielrichtung der “MDR-Bahnzeit” war. Danke MDR und den verantwortlichen Mitarbeitern, die die dazugehörigen Entscheidungen für diese Berichterstattung getroffen haben. Doch – o “Fluch der guten Tat” – jetzt wollen wir regelmäßige Fortsetzung! Viele Eisenbahnen, viele Feste, viele Themen für die Filmemacher. Denn Fernsehen wirkt. Wirklich!

Die MDR-Berichterstattung, das schöne frühlingshafte Wetter zu Pfingsten und das attraktive Programm des Jöhstädter Bahnhofsfestes 2010 haben sicher zu gleichen Teilen Anteil daran, dass in diesem Jahr rund 20 % mehr Gäste in die Kammlage des Erzgebirges kamen, als im vergangenen Jahr. Das können alle Vereine, Museen und Bahnen im Sendegebiet gebrauchen – für das interessante Programm sorgen die Veranstalter. Der MDR sollte seinen “Heimatbeitrag” genauso leisten, denn das Wetter ist und bleibt leider unplanbar. Da es aber kaum machbar erscheint, jedem Verein und jeder Bahn in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen diese intensive Aufmerksamkeit zu widmen, ist eine regelmäßige Sendung, wie sie die “MDR-Bahnzeit” war, ohne ernsthafte Alternative.

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LTV Sachsen-Präsident: Aus für “MDR-Bahnzeit” war Fehler

Der Landestourismusverband Sachsen e.V. (LTV) lud am 17. Mai zum parlamentarischen Abend nach Radebeul-Ost und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, Wirtschaft und von zahlreichen touristischen Einrichtungen des Freistaates waren gekommen. Natürlich bot das Thema “Gruppenticket statt Einzelfahrschein – Zusammen reist’s sich besser” bereits genug Assoziationen zur Eisenbahn. Dieser Ball wurde von den Rednern des Abends – aber auch in den zahlreichen anschließenden Gesprächen der Teilnehmer – mehrfach aufgenommen. Mehr als 200.000 Arbeitsplätze hängen in Sachsen schließlich direkt vom Tourismus ab.

Der Präsident des Landestourismusverband Sachsen e.V., Andreas Lämmel (MdB), fand in seiner Begrüßungsrede eindringliche Worte, das entstandene Dilemma deutlich auszudrücken. Da finden sich, nach vielen Jahren Bemühungen, erste Ansätze einer intensiven gemeinsamen touristischen Vermarktung der sächsischen Schmalspurbahnen unter der Marke “Dampfbahn-Route” – und just zu diesem Zeitpunkt schaltet der Heimatsender die “MDR-Bahnzeit” ab. Diese Entscheidung sei eindeutig als falsch und kurzsichtig zu bewerten.

Mehrere Vertreter des MDR, darunter die Chefin des Landesfunkhauses Sachsen, schien dieses Reizwort wie Flohpulver zu elektrisieren. Begeisterung sieht anders aus.

Die Gelegenheit war günstig, auch einigen anwesenden Rundfunkräten für ihr bisheriges Eintreten für die “MDR-Bahnzeit” zu danken – natürlich verbunden mit der dringenden Aufforderung, die Forderung nach weiterer Präsenz der Verbindung von Eisenbahn, Landschaft und Tourismus in einer eigenen regelmäßigen Sendung mit Nachdruck zu verfolgen. Wir bleiben am Ball und werden natürlich auch die Verantwortungsträger in Organisationen und Verbänden am Erfolg ihrer Aktivitäten messen.

“Bahnzeit-Flohpuler” wird es für MDR-Verantwortliche noch öfter geben. Das Gegenmittel ist bekannt: “MDR-Bahnzeit” (oder “Faszination Dampflok” oder oder oder …). Regelmäßig aufzulegen, sonst wirkt das Pulver weiter.

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Totgesagte leben länger!

Es dampft wieder nachmittags im MDR FERNSEHEN – und diese Woche sogar täglich! In einer fünfteiligen Beitrags-Serie wird im Rahmen von “hier ab vier” die Geschichte der Preßnitztalbahn vorgestellt. Haben all unsere Bemühungen und Argumente etwa ein offenes Ohr bei den Programmverantwortlichen gefunden? Ist der Mix aus Geschichte, Technik und Tourismus vielleicht doch gar nicht so quotenabtötend, wie behauptet? Gibt es sie etwa auch im MDR, die “Faszination Schmalspurbahn”?

Jedenfalls hat man sich hier auf alte Tugenden besonnen, ist doch mit Christian Görzel der angestammte “MDR-Bahnzeit”-Autor und Regisseur für diese Mini-Serie verantwortlich. Eine Mini-Bahnzeit von fünf mal fünf Minuten Länge – unser Spatz in der Hand? Wohl kaum. Aber ganz sicher ein Teilerfolg für alle Unterstützer von ”Rettet die Bahnzeit”, ein Etappensieg, ein Grund zur Freude darüber, dass es doch geht, der MDR sein Handwerk noch nicht verlernt hat und die Bedürfnisse seiner Zuschauer nicht vollständig ignoriert. Es sind die richtigen Zutaten im Topf – doch die Portion ist weniger als eine halbe Ration, sie macht nur Appetit auf mehr.

Lieber MDR – ganz ehrlich und ohne Ironie, vielen Dank für diese 25 Minuten Zeit für die Bahn, die Tourismus-Tipps, die interessanten Geschichten aus unserer Region und Stimmen der ehrenamtliche tätigen Museumseisenbahner.

Wir haben den Test-Ballon gesehen, uns sehr über ihn gefreut. Und beim nächsten mal kann dann wieder der Fesselballon starten, 30 Minuten groß. Eben nicht nur mit “heißer Luft” gefüllt wie die Osterausgabe, sondern aktuelle Eisenbahnherrlichkeit auf schmaler und breiter Spur, dass die Eisenbahnfreunde vor dem Bildschirm vor Freude in die Luft gehen! Der Themen wird es in diesem Jahr genug geben. Einen Namen haben wir auch schon für ihn: “MDR-Bahnzeit”. Klingt nicht schlecht, oder? Und passt auch noch so gut zum MDR!

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MDR lockt Menschen zu den Eisenbahnattraktionen

Das wohl wichtigste Argument “pro MDR-Bahnzeit” fand sich in dieser Woche wieder einmal in einem Zeitungsartikel (siehe Abbildung) bestätigt: Fernsehbeiträge über die Eisenbahnen im Sendegebiet des MDR werden von den Menschen aktiv genutzt. Sie besuchen daraufhin die vorgestellten Strecken und Veranstaltungen, was wiederum deren Erhaltung sowie der umliegenden touristischen Infrastruktur zu Gute kommt.

Gerade weil ein Großteil der Eisenbahnmuseen und Museumseisenbahnen durch Vereine und engagierte Menschen am Leben gehalten werden, die aber das verfügbare Geld gern vollständig für die Erhaltung ihrer Anlagen und Einrichtungen einsetzen wollen, sind teure Werbeaktionen kaum machbar. Deshalb ist die regelmäßige Berichterstattung im regional orientierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein zwingend notwendiger Beitrag, diese Vielfalt zu erhalten.

Noch sind vielen Menschen die Berichte der “MDR-Bahnzeit” aus den letzten Jahren in Erinnerung - doch mit länger währendem Ausbleiben eines solchen namentlichen und zeitlichen Themenankers im Programm wird diese Wirkung immer schwächer. Da ist die geplante tägliche Berichterstattung im MDR in der Woche vor Pfingsten innerhalb der Sendung “Hier ab Vier” über die Pfingstfestvorbereitung bei der Preßnitztalbahn zwar eine schöne Sache - kann aber die Wirkung einer regelmäßigen Sendung über Eisenbahnthemen nicht ersetzen. 

Herr Intendant, wir brauchen wieder eine regelmäßige Sendung im MDR, die die Verknüpfung von Eisenbahn, Technik, Geschichte, Tourismus und Menschen thematisiert. Und das nicht erst “irgendwann”!

Freie Presse, Schwarzenberger Zeitung, Seite 9, 10. Mai 2010

Freie Presse, Schwarzenberger Zeitung, Seite 9, 10. Mai 2010

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