Jörg Müller am 28. Februar 2010 Tagebuch JM
Heute mache ich es mir einfach und präsentiere den Beitrag aus dem “Wochenkurier” (Ausgabe Leipzig und Umland) vom 24. Februar 2010.
Danke an die Redaktion für die Veröffentlichung.

Wochenkurier Leipzig, 24. Februar 2010
Vielleicht gibt es ja auch noch andere Zeitungen, die ihren Lesern diese Aktion nicht vorenthalten wollen?
Jörg Müller am 25. Februar 2010 Tagebuch JM
Zunächst vorweg: Die Frage ist nicht polemisch gemeint. Die Frage richtet sich ganz konkret an die Mitglieder des Rundfunkrates im Zusammenhang mit der Absetzung der Sendereihe “MDR-Bahnzeit”. Wir wissen noch immer nicht, was der Rundfunkrat in Bezug auf die Bahnzeit unternimmt!
Es gilt zu konstatieren: Bis jetzt gibt es keine (öffentliche bekannt gewordene) Reaktion von Mitgliedern des MDR-Rundfunkrates. Gut, die Damen und Herren müssen vielleicht auch nicht öffentlich ihre Meinung herausposaunen – sie vertreten ja nur “… die Interessen der Allgemeinheit” (Zitat MDR-Staatsvertrag – PDF-Dokument). Zahlreiche Beschwerden zur Absetzung und Nachfragen zu ihrer Meinung sind ja in den letzten Wochen von vielen Unterstützern der Aktion “Rettet die Bahnzeit!” bei Rundfunkratsmitgliedern eingetrudelt. Auch wir, Helge Scholz und ich, haben uns vor einigen Tagen mit einer umfangreichen Vorstellung der Aktion “Rettet die Bahnzeit”, Erläuterungen zur Bedeutung der Sendereihe “MDR-Bahnzeit” und mit der konkreten Bitte um Hinterfragen einiger wichtiger Punkte beim MDR an mehrere Rundfunkratsmitglieder gewandt. Wir sehen einer Antwort erwartungsfroh entgegen.
Á propos Antwort: Es scheint nicht mehr zum Umgangston zu gehören, auf Schreiben und Beschwerden zu reagieren – manche Beschwerdeschreiber warten bereits seit deutlich mehr als einem Monat auf Reaktion.
Dann wollen wir doch mal an dieser Stelle die Anregung geben, die “SATZUNG des Mitteldeutschen Rundfunks vom 27.04.1992 in der Fassung vom 06.12.2004″ zu studieren (PDF-Dokument). Der Artikel 13 “Beschwerden und Eingaben”, Abschnitt (2) lautet:
Beschwerden und Eingaben, die an den Rundfunkrat gerichtet werden, leitet der Vorsitzende oder die Vorsitzende des Rundfunkrates dem Intendanten oder der Intendantin mit der Bitte um Äußerung binnen eines Monats gegenüber dem Eingebenden zu, sofern der Vorsitzende oder die Vorsitzende nicht eine unmittelbare Behandlung des Vorgangs im Rundfunkrat oder den Ausschüssen für geboten hält. Gleichzeitig mit der Abgabe an den Intendanten oder die Intendantin übersendet der Vorsitzende oder die Vorsitzende des Rundfunkrates dem Eingebenden eine Abgabenachricht mit dem Hinweis, dass er das Recht hat, sich erneut an den Rundfunkrat zu wenden, wenn er seine Eingabe durch die zu erwartende Stellungnahme des Intendanten oder der Intendantin nicht als erledigt ansieht.
Sehr geehrte Damen und Herren Rundfunkräte, auch wenn es der MDR bisher nicht für nötig erachtet hat, die umfangreichste Zuschaueraktion in seiner Geschichte zu beachten – wenn man sich eine Satzung gibt, sollte man deren Inhalt auch berücksichtigen. Das gehört einfach zum guten Ton.
Hallo Herr Winkler,
vielen Dank für Ihren Eintrag in eins unserer Kontaktformulare auf der Webseite www.rettet-die-bahnzeit.de.
Gern würden wir natürlich (sofern nicht bereits geschehen) Ihre Stimme auch in unserer Unterschriftenliste mit zählen – dort können Sie gern auch Ihren Kommentar mit einfügen, der dann in der Liste mit angezeigt wird. Selbstverständlich können wir Ihren Namen auch manuell eintragen, wenn Sie uns bitte noch Ihre Adressdaten (die selbstverständlich – bis auf den Ort – nicht veröffentlicht werden) mitteilen, damit wir daran überprüfen können, dass keine Doppeleintragung erfolgt.
Wir würden uns auch freuen, wenn Sie die Aktion noch unter Ihren Bekannten weiterempfehlen würden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Aktion “Rettet die Bahnzeit!”.
Mit besten Grüßen
Jörg Müller
Jörg Müller am 21. Februar 2010 Tagebuch JM
Die Zeitschrift “Modelleisenbahner” brachte in ihrer Ausgabe 3/2010 einen Artikel über die Aktion “Rettet die Bahnzeit” und der Unterschriftenliste dadurch sicher auch einen nicht unerheblichen Zuwachs aus ihrem Leserkreis – auch von uns dafür ein Dank an die Redaktion. Zumal der Verlag ja eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Produzenten der “Eisenbahnromantik” pflegt, war dies nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, die uns deshalb besonders freute.
In einigen E-Mails der letzten Tage fragten mich Unterstützer der Aktion, warum denn von den regionalen Tageszeitungen (z.B. Sächsische Zeitung, Freie Presse, Leipziger Volkszeitung, Thüringer Allgemeine, Thüringer Landeszeitung, Ostthüringer Zeitung, Mitteldeutsche Zeitung, Freies Wort oder Volksstimme) noch nicht über diese Aktion berichtet wurde. Vielleicht wüssten die Redaktionen noch nichts von dieser Aktion?
Nun, davon ist nicht auszugehen. Die bei Erreichen der 2000sten Unterschrift verschickte Pressemitteilung zur Aktion war teils auch namentlich an die Chefredakteure sowie an die Fachredaktionen gegangen – Redaktionsmitarbeiter stehen auch auf den Verteilerlisten unserer verschiedenen Aussendungen. Es steht leider eher zu vermuten, dass die mannigfaltigen Kooperationen zwischen dem MDR und den Verlagen hier eine Schranke im Kopf der Redaktionen generiert. Man will sich “ja nicht weh tun”. Das ist nur eine Vermutung, bei der ich mich sehr gern vom Gegenteil überzeugen lassen würde.
Liebe Pressevertreter, wir greifen niemanden an, sondern wir machen gemeinsam mit fundierten Argumenten deutlich, dass wir eine getroffene Entscheidung des MDR für falsch halten und die Rücknahme erwarten. Dieses Unterstützungsprojekt mit seinen inzwischen deutlich über 3000 Einzelwortmeldungen ist ein Zeichen gelebter Demokratie in Zeiten wachsender Demokratieverdrossenheit!
Wir wollen die öffentliche Wahrnehmung unserer gemeinsamen Aktion für die “MDR-Bahnzeit” gern noch etwas weiter vertiefen. Helfen Sie mit, weiteres Medienecho zu generieren. Sagen Sie es weiter, auch “ihrem” Pressevertreter.
Helge Scholz am 18. Februar 2010 Tagebuch HS
Am 10. Februar ist die Pressemeldung der Initiative “Rettet-die-Bahnzeit” in 13 Regionalausgaben des WochenSpiegels erschienen. Alle Redaktionen widmeten dem Beitrag eine sehr gute Platzierung in den jeweiligen Blättern. Der Wunsch der Initiatoren, einen völlig neuen Zuschauerkreis der “MDR-Bahnzei” auf das Thema zu sensibilisieren, ist in Erfüllung gegangen. Das haben verschiedenen Anrufe in den Redaktionen gezeigt. Dort hat man zu der Meldung natürlich Fragen gestellt. Zweifelsohne ist es ein Novum und für die Leser, sprich Zuschauer neu, dass zu einer Einstellung einer Sendung des MDR ein solches Echo erschallt! Natürlich war man erstaunt auch dieser Protestaktion eine eigener Homepage zu widmen, wo man über Ziele und Hintergründe, Downloadmöglichkeiten informiert wird und seinen eigenen Kommentar zum Sachverhalt veröffentlichen kann. Mancher war schon einige Zeit etwas perplex, warum eine seiner Lieblingssendungen aus dem Programm verschwunden war oder ob er sie verpasst hätte und weiß nun Bescheid.

In der Unterschriftenliste war auch nach dem 10. Februar eine erhöhte Aktivität zu verzeichnen. Die Mehrzahl der sich eingetragenen Damen und Herren stammen aus dem Verbreitungsgebiet der 13 Ausgaben, sprich der Region West- und Mittelsachsen. Ein Beweis, dass die Pressemeldung gelesen wurde und man der Initiative seine Unterstützung zu teil werden ließ. Wir werden sehen, wann und ob in anderen Blättern die Pressemeldung aufgegriffen wird.
Auf alle Fälle ist durch diesen Zeitungsartikel auch eine neue Protestkartenwelle in Richtung Leipzig unterwegs, diesmal von einer anderen Zuschauergruppe, welche nicht unbedingt puristische Eisenbahnfans sind, sondern die Bedeutung der Sendereihe zur weiteren touristischen Entwicklung in den Regionen für wichtig erkennen.
Jörg Müller am 14. Februar 2010 Tagebuch JM
Wir haben Post vom MDR erhalten, Chefredakteur Wolfgang Kenntemich schrieb an Helge Scholz und mich im Auftrag des Intendanten, Herrn Prof. Dr. Reiter. Auf eine Wiedergabe des Briefes können wir aber hier verzichten, da dieser im Wortlaut der E-Mail mit dem Kommentar des Eintrages Nr. 2637 in der Unterstützerliste weitgehend überein stimmt.
Aber Fragen dazu bleiben:
- Herr Kenntemich hat zwar erkannt, dass der Protestaufruf und die unzähligen Unterstützungsbekundungen das große Interesse an der Sendung widerspiegeln. Aber hat er auch erkannt, dass die “MDR-Bahnzeit” bisher eine sehr positive Zuschauerbindung an den MDR hervorbrachte? Will der MDR diese wirklich aufs Spiel setzen?
Liebe Verantwortungsträger beim MDR, lesen Sie sich diese Wortmeldungen in der Unterstützerliste bitte genau durch – Sie erfahren hier sehr viel über Ihre Zuschauer.
- Etwas paradox ist jedoch das Argument, “… muss sich auch der MDR mit neuen Ideen dem verändernden Medienverhalten der Zuschauer anpassen …” in diesem Schreiben. Hat nicht gerade die “MDR-Bahnzeit” bewiesen, dass die Zuschauer trotz verändertem Medienverhalten der Sendung treu bleiben?
Wenn sie aufgrund einer schlechten Sendezeit nicht zum Ausstrahlungszeitpunkt zu sehen ist, wird die Mediathek bemüht. War es nicht so, dass die “MDR-Bahnzeit” mit die besten Abrufzahlen in der Mediathek hatte?
- Hat der MDR das Problem verstanden, dass die Sendung “Eisenbahnromatik” eben kein Ersatzangebot für die “MDR Bahnzeit” darstellt?
Nein, nach diesem Schreiben offensichtlich noch nicht! Die “MDR Bahnzeit” hat regelmäßig regionalen Bezug gehabt, hat Menschen animiert, die Angebote in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu nutzen und damit Wirtschaftsförderung betrieben. Da ist auch eine gelegentliche Sendung an hervorgehobenen Programmplätzen kein Ersatz.
Sehr geehrter Herr Prof. Reiter, sehr geehrter Herr Kenntemich,
das sind die Fragen, auf die wir eine Antwort erwarten.